Dienstag, 21. Februar 2017

TIPP: Auch Sie sollten im Bewerbungsgespräch Fragen stellen!

Fragen sind das Symbol für Eigeninitiative, Selbstbewusstsein und signalisieren eine professionelle Einstellung. Gute Fragen zu stellen, ist deshalb Ihre Pflicht. Die folgenden Fragen dürfen und sollten Sie stellen. Sie sind natürlich allgemein gehalten. Bei Ihrer Bewerbung sollten Sie dann freilich noch ein paar Fragen zum jeweiligen Arbeitgeber stellen, die mehr ins Detail gehen:

Welchen Herausforderungen muss sich derzeit Ihre Firma stellen?
Welche Ziele will die Firma in der näheren Zukunft erreichen?
Beabsichtigt Ihr Unternehmen demnächst neue Produkte auf den Markt zu bringen?

Warum wird diese Position ausgeschrieben (neue Stelle oder ist jemand ausgeschieden)?

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Aufgaben/Herausforderungen dieser Stelle?
Mit welchen Kompetenzen ist die Stelle ausgestattet?
Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?
Zu welcher Abteilung werde ich gehören?
Wie viele KollegInnen werde ich in der Abteilung haben?
Wie groß ist die Abteilung in der ich eingesetzt werde?
Können Sie mir etwas über meine unmittelbaren KollegInnen sagen?
Welche Schnittstellen zu anderen Abteilungen/Standorten in der Firma hat die Abteilung?

Wer wird mein/e Vorgesetzte/r sein?
Und wie würden Sie den Führungsstil der/s direkten Vorgesetzten beschreiben?
Welche Entwicklungsmöglichkeiten erwarten mich in dieser Abteilung?
Welche beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten bietet das Unternehmen?
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten werden vom Unternehmen unterstützt?

Wie sind meine Arbeitszeiten, Überstundenregelungen, Urlaubsregelungen?
Gibt es Arbeitsbekleidung oder Bekleidungsvorschriften?
Wann wird der erste Arbeitstag sein?
Kann ich bitte meinen Arbeitsplatz sehen?

Und besonders wichtig:
Wie geht es im Bewerbungsverfahren weiter?
Wer wird mein/e nächste/r AnsprechpartnerIn sein?
Wann denken Sie, werden Sie eine Entscheidung treffen?
Was sind die nächsten Schritte?
Wann darf ich mit einer Antwort von Ihnen rechnen oder mich bei Ihnen melden?

Stellen Sie bitte aber nicht alle Fragen! Konzentrieren Sie Sich auf einige wichtige Fragen aus diesen Vorschlägen!

Interessanter Artikel dazu auf karrierebibel.de und hier auf karriere.at

Samstag, 18. Februar 2017

TIPP: Was kann passieren, wenn Sie als BewerberIn lügen?

Zuerst muss man sich fragen, was eine Lüge ist und was nur eine "Verschönerung" der Bewerbungsunterlagen ist.

Lügen ist eine  bewusste Täuschung, um sich einen persönlichen Vorteil zu verschaffen, also hier einen Arbeitsvertrag. Wenn sie ihre Kenntnisse falsch darstellen, Noten in Zeugnissen "verbessern" oder Stationen im Lebenslauf "erfinden", dann begeben sie sich auf jeden Fall auf sehr dünnes Eis.

Sie können eventuell bestimmte Fakten im Lebenslauf weglassen, aber erfinden sie NIE etwas, was nicht der Wahrheit entspricht!

Manches erkennt ein/e geübte/r RecruiterIn schon beim Lesen der Bewerbungsunterlagen, aber meistens fliegen "Aufbesserungen" der Bewerbungsunterlagen spätestens im Bewerbungsgespräch auf.

Was denkt sich wohl ihr Gegenüber, wenn er/sie eine Schummelei oder  glatte Lüge entdeckt?
Das war dann im Normalfall mindestens das Ende des Bewerbungsprozesses. Haben sie im Lebenslauf hervorragende Spanisch-Kenntnisse angegeben und es wird dann ein Teil des Bewerbungsgesprächs auf Spanisch abgewickelt und sie bringen kaum ein spanisches Wort heraus, dann haben sie sich selbst eine Falle gestellt. Haben sie aber einen Titel oder Studienabschluss erfunden, dann kann das auch zur Anzeige gebracht werden.

Aber auch später kann eine Lüge im Lebenslauf zur Beendigung eines Arbeitsverhältnisses führen. Fällt im Probemonat auf, dass sie keine hervorragenden Controlling-Kenntnisse haben und das war aber ein wesentliches Kriterium für die Einstellung, dann kann das Arbeitsverhältnis auch sofort beendet werden, später durch Kündigung.

Es gibt aber auch Fragen im Vorstellungsgespräch, die nicht erlaubt sind und sie ohne schlechtes Gewissen flunkern können. Fragen nach Kinderwunsch, politischer Ausrichtung, Gesundheit (außer es ist für den Job essentiell wichtig), Gewerkschaft, Religionsgemeinschaft und Vorstrafen (außer die Tätigkeit hat etwas mit dem Delikt zu tun - sie wollen in einer Bank arbeiten und wurden wegen Unterschlagung verurteilt). Das ist aber ein gutes Beispiel, wo die rechtliche Situation mit der Praxis häufig kollidiert. Verlangt ein potentieller Arbeitgeber eine Strafregisterbescheinigung ("Leumundszeugnis") und sie bringen sie nicht, dann wird der Bewerbungsprozess auch beendet sein.

Hier ein Link zu einem Artikel zum Thema Vorstrafen und Bewerbung.
Hier ein Link zu einem Artikel zu Lügen im Vorstellungsgespräch.


Sonntag, 12. Februar 2017

TIPP: Bewerbungsgespräch - Wie alt sind Sie? Sind Sie nicht zu alt/zu jung?

Wenn Sie nach Ihrem Alter gefragt werden, bedeutet das in der Regel, dass Sie für Ihre angestrebte Tätigkeit als zu alt oder zu jung befunden werden. Als allgemeine Regel dabei gilt, dass Sie darauf hinweisen, dass sich Ihr Alter nicht zum Nachteil, sondern in gewisser Hinsicht zum Vorteil auswirken würde.
Sind Sie bereits älter, so können die Befürchtungen dahingehend sein, dass Sie nicht flexibel genug sind, dass Sie nicht unter einem/einer jüngeren Vorgesetzten arbeiten wollen und dass Sie bald in Pension gehen werden.
Sie sollten alle diesbezüglichen Zweifel zerstreuen und die Vorteile Ihres Alters anführen:
  • dass Sie über viel Berufserfahrung besitzen und viele Veränderungen innerhalb der Branche / des Berufes erlebt und mitgetragen haben und daher wahrscheinlich flexibler als ein junger Mensch sind,
  • dass Sie ein reifer Mensch mit gesundem Hausverstand sind,
  • dass Sie viele Stress-Situationen erlebt haben und Sie daher nichts mehr so leicht aus der Ruhe bringt,
  • dass Ihnen Verantwortungsgefühl und Firmenloyalität wichtig sind und dass man auf Sie zählen kann.
  • dass Sie sich bester Gesundheit erfreuen, und dass Sie es gewohnt sind, nicht beim ersten Niesen gleich daheim zu bleiben,
  • dass Sie in geordneten, stabilen familiären Verhältnissen leben und Sie nicht mehr durch Liebeskummer, durchfeierte Nächte etc. aus der Bahn geworfen werden
  • dass KundInnen normalerweise älteren Personen mehr vertrauen.
Sind Sie sehr jung, so kann der/die ArbeitgeberIn befürchten, dass Sie keine Erfahrung, wenig Verantwortungsbewusstsein haben, womöglich nur kurze Zeit bleiben werden, Sie Ihre Ausbildung fortsetzen wollen, oder dass Sie unzuverlässig sind und häufig zu spät oder überhaupt nicht an Ihrem Arbeitsplatz erscheinen werden.
Versuchen Sie ihn/sie zu überzeugen, dass die Zweifel unbegründet sind, und verweisen Sie auf einige Vorteile, die die Anstellung eines jungen Menschen mit sich bringt:
  • rasche Auffassungsgabe und Lernbereitschaft,
  • sehr frisches Wissen der neuesten Technologien,
  • kräftig, guter Gesundheitszustand,
  • Bereitschaft zur Übernahme neuer Aufgabenbereiche und Suche nach Selbstbestätigung,
  • Dankbarkeit für Kritik und Verbesserungsvorschläge, da Sie noch viel zu lernen haben.

TIPP: Wie sind Sie mit ihren ehemaligen Kollegen und Vorgesetzten klar gekommen?

Selbstverständlich sind Sie generell sehr gut mit allen ausgekommen. Schließlich arbeiten Sie auch gerne im Team und gehen grundsätzlich auf Vorschläge, Aussagen und auch Anweisungen ein.

Übertreiben Sie es jedoch nicht mit dem Eigenlob und damit, wie umgänglich und freundlich Sie grundsätzlich sind.

Stellen Sie klar, dass es in einem Unternehmen natürlich ab und zu zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Verweisen Sie jedoch darauf, dass es dabei nur um fachliche Problemfelder ging und die kleinen Auseinandersetzungen immer schnell geklärt waren. Problem- und Konfliktlösungsfähigkeit sind schließlich immer gern gesehen.

Ein „Nein, niemals“ kann auch als „ich kann mich nicht durchsetzen und habe deshalb immer klein beigegeben“ interpretiert werden.

Samstag, 11. Februar 2017

TIPP: Warum haben Sie sich gerade bei uns beworben?

Auf diese Frage werden Sie nur eine zufrieden stellende Antwort geben können, wenn Sie sich gut vorbereitet haben, sich also intensiv mit dem Unternehmen und dem Stellenangebot auseinander gesetzt haben. Ihr Gegenüber sollte niemals das Gefühl bekommen, dass Sie sich schon bei unzähligen anderen Firmen beworben haben und es Ihnen nur um Geld, Prestige oder eine höhere Position geht.

Beispiel für eine mögliche Antwort: "Weil meine bisherige berufliche Entwicklung mich darauf vorbereitet hat, die Aufgaben eines XXX bei Ihnen zu übernehmen. So habe ich bereits ... (Beschreibung relevanter Tätigkeiten)." Oder "Mir gefallen die Philosophie und das Auftreten Ihres Unternehmens, weil (... eingehen auf die Philosophie des Unternehmens....). Ich glaube, dass ich mich hier sehr wohl fühlen würde und meine Fähigkeiten hier am besten zum Tragen kämen."

Vermeiden Sie aber Schmeicheleien und geben Sie sich auf keinen Fall gleichgültig („weiß nicht“, „hat sich halt so ergeben“ ...).

Donnerstag, 9. Februar 2017

TIPP: Was wissen Sie über unser Unternehmen?

Und wieder einmal spielt bei der Frage im Bewerbungsgespräch nach dem Wissen über das Unternehmen die intensive Vorbereitung eine große Rolle.

Im Vorfeld haben sie sich bereits umfangreiche Informationen über das Unternehmen besorgt.

Gehen Sie jeweils kurz auf die Branche ein. Sowie auf Dienstleistungen / Produkte, die Unternehmensphilosophie, die Erfolge und aktuellen Entwicklungen (auch Probleme) des Unternehmens ein und seien Sie auch auf spezielle Nachfragen gefasst.

Beispiele für eine Antworten:
„Als Callcenter-Betreiber werden Sie Ihr Geld wohl mit Anrufen beim Kunden verdienen. Da die Firmen mittlerweile immer mehr Service auslagern, haben Sie mit Sicherheit viel zu tun. Jeder tut eben, was er am besten kann, und im Callcenter sitzen eben die Experten fürs Telefonieren."

Diese Antwort kann nicht überzeugen, passt sie doch zu jedem Callcenter-Betreiber gleich gut. Der Bewerber vermittelt dem Personalverantwortlichen, dass er sein Unternehmen für austauschbar hält.


„Zu Ihren größten Auftraggebern zählt die Telekom International. Sie sind der bedeutendste Anbieter von Callcenter-Lösungen für Telekommunikationsfirmen und nehmen nicht nur Störungsmeldungen an, sondern bieten ein Full-Service-Paket."

Mit etwas Vorbereitung sammelt der Bewerber Pluspunkte. Im weiteren Verlauf des Gesprächs wird ihm mehr Vertrauen und Aufmerksamkeit entgegengebracht als anderen Kandidaten. Schließlich zeigt seine Antwort, dass er sich aktiv mit seinem zukünftigen Arbeitgeber beschäftigt hat.

Samstag, 4. Februar 2017

TIPP: Was sind Ihre langfristigen Ziele?

Der/die InterviewerIn möchte damit herausfinden, ob Sie ernsthaft vorhaben, diese Tätigkeit länger auszuüben oder ob Sie diesen Arbeitsplatz nur als Übergangslösung betrachten und womöglich bald damit unzufrieden sein werden.

Sie sollten also versuchen, ihn/sie von Ihrer Absicht, längere Zeit bei der Firma zu bleiben, zu überzeugen, was Sie sicher vorhaben, wenn Sie mit Ihrer Tätigkeit zufrieden sind. Wenn Sie von vornherein wissen, dass es in der Firma viele Aufstiegsmöglichkeiten gibt, sagen Sie, dass Sie hoffen, ein/e wertvolle/r MitarbeiterIn der Firma zu werden und auch im Laufe der Zeit mehr Verantwortung und Kompetenzen übertragen zu bekommen. Seien Sie aber vorsichtig mit dieser Äußerung, da sie sehr leicht so interpretiert werden könnte, dass Sie schon jetzt mit der Stelle, um die Sie sich bewerben, unzufrieden sind.

Ähnliches gilt, wenn Sie eine ganz bestimmte Position als Ihr Ziel nennen, wie z.B. einmal ChefIn der Vertriebsabteilung zu werden. Ihre Erklärung kann leicht fehlinterpretiert werden und künftige Kompetenzstreitigkeiten erwarten lassen. Was Sie hier betonen müssen ist, dass Sie die Firma sehr schätzen und dass Sie hoffen, ein/e geschätzte/r MitarbeiterIn der Firma zu werden.

Beschränken Sie sich bei Ihrer Antwort auf berufliche Ziele. Es ist irrelevant, dass Sie in zwei Jahren den New York-Marathon laufen wollen oder dass Sie in spätestens fünf Jahren verheiratet sein wollen.

Sollten Sie explizit nach privaten Zielen gefragt werden, so sind Sie vorsichtig mit all jenem, was große private Veränderungen betrifft, die sich auf berufliche Dinge auswirken könnten (Hausbau – Sie werden Ihre Kraft nicht voll und ganz der Firma zur Verfügung stellen können, Übersiedlung – der Arbeitsweg wird Ihnen dann zu weit sein etc.)

Wichtig ist also, dass Sie erwähnen, dass Sie die Firma sehr schätzen, dass Sie die Tätigkeit, die Sie ausüben werden, gerne machen, dass Sie in diesem Gebiet gerne wohnen und dass Sie keine Pläne haben, die Sie veranlassen könnten, den Arbeitsplatz nach kurzer Zeit zu verlassen.

Mittwoch, 25. Januar 2017

TIPP: Wo sehen Sie sich in 5, 10, 15 Jahren?

Sie sollten Ihrem Gesprächspartner klar machen, dass Sie genaue Vorstellungen davon haben, wie Ihr Leben aussehen sollte bzw. könnte (nennen Sie also ruhig konkrete Positionen, Stellen oder Möglichkeiten wie ein Auslandsaufenthalt).

Vermitteln Sie ihm jedoch auch, dass Sie flexibel genug sind, sich auf neue Situationen und Entwicklungen einzustellen und Sie nicht zu festgefahren sind.

Ihr Gesprächspartner möchte hören, ob die Firma nur ein Sprungbrett für Ihren nächsten Wechsel wäre. Vielleicht wollen Sie "eine Entwicklungsabteilung leiten", aber in dieser Firma ist keine solche Position in Aussicht (oder Sie müssten dazu gar am Stuhl des Chefs sägen!).

Völlige Ambitionsarmut ("Ich bin mit dem Erreichten zufrieden.") spräche ebenfalls gegen Sie: Wollen Sie nur die Rente abwarten?

Falls die neue Position keine Aufstiegs-Chance bietet: Beschreiben Sie, wie Sie Ihr Fachwissen im Sinne der Firma (natürlich auch in Ihrem Sinne!) perfektionieren wollen.

Falls ein Aufstieg möglich scheint: Bekennen Sie, dass Sie auf mittlere Sicht mehr Verantwortung übernehmen wollen. Erfragen Sie, welche Aufstiegschancen die Firma bietet.

Donnerstag, 19. Januar 2017

Miese Mitarbeiterführung - Schlechte Chefs

Der Beitrag in der Karrierebibel beschreibt sehr gut, worunter MitarbeiterInnen unter schlechten Führungskräften leiden.

Besonders die Wertschätzung fehlt sehr häufig als Basis für gute Führung. Sehr häufig wünsche ich mir in meinen Coachings, dass nicht der/die MitarbeiterIn bei mir sitzt, sondern deren Führungskräfte.

Begleitendes Führungskräfte-Coaching könnte hier einen Spiegel vorhalten und zur Selbstreflexion führen.


http://karrierebibel.de/schlechter-chef/

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